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Review Epson Perfection V600 Photo

Holger Wahl (Holger)


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Hintergrund und Geschichte

Mit dem Beginn der Digitalfotografie, und damit mit dem Einzug der digitalen Bildbearbeitung per Photoshop und ähnlichen Programmen, begann die grosse Ära der Filmscanner. War das Scannen bis dahin nur für Verlage, Druckhäuser und Werbeagenturen interessant, da nur sie sich die dafür notwendige Infrastruktur an Computern, Scannern und Software leisten konnte, so hatte der Einzug leistungsfähiger PCs und einfacher Bildbearbeitungsprogramme für ein rasantes Wachstum der Bildbearbeitung auch im Hobby-Bereich gesorgt.

Ab ca. 2000 war auch das Internet dank schnellerer Zugänge für das Hochladen und Zeigen von Bildern salonfähig geworden, ob in spezifischen Foren oder auf der eigenen Homepage. Gleichzeitig war die Technik der Digitalkameras noch so rudimentär, professionelle Geräte noch so teuer, dass der grosse Teil versierter Hobby-Fotografen und Semiprofis nach wie vor analog fotografierte und erst anschliessend per Scanner die Ergebnisse auf den Computer brachte.

Zwei grundlegende Gerätetypen kämpften dabei um die Gunst des Fotografen (vom sündhaft teuren Trommelscanner einmal abgesehen): der Flachbettscanner mit Durchlicht-Einheit einerseits, der spezifische Negativscanner andererseits. Dabei spielte der Flachbettscanner immer die Rolle des Provisoriums, mit dem man per Durchlichteinheit scannt, wenn man ein Bild für das Internet brauchte, während "ernsthafte" Scans zwangsläufig auf dem Negativscanner gemacht wurden. Das spiegelte sich auch in den Preisen wieder: für den kleinsten Nikon-Negativscanner konnte man sich locker zwei bis drei der besten Flachbettscanner auf den Schreibtisch stellen, nach oben waren den Negativscannern kaum Grenzen gesetzt, während selbst der teuerste Flachbettscanner kaum mehr als CHF 1'100.00 kostete, etwa EUR 750,00 nach heutigem Kurs.

Wer nun meinte, mit der Weiterentwicklung der Scanner- und Computertechnik würde auch die Welt der Scanner immer vielfältiger und besser (analog zur Digitalkamera), der sah sich schwer getäuscht: zwar erschienen mit den Epson V700 und V750 noch einmal zwei absolute Highlights der bezahlbaren Scantechnik, zum selben Zeitpunkt aber stellte Nikon die Produktion der Negativscanner vollständig ein. Canon hatte dies bereits vorher getan, und ausser einigen eher auf Geschwindigkeit und Preis denn auf Qualität ausgelegten Negativscannern wie die Reflecta-Modelle gab es in diesem Segment seitdem nichts Neues mehr. Traurig für Hybrid-Fotografen, die nun die Auswahl hatten zwischen den auslaufenden Nikon-Modellen (solange Lagerware verfügbar ist/war bzw. Ebay) oder den neuen Flachbettscannern, die zwar innerhalb ihres Segmentes deutlich an Qualität gewonnen hatten, gegenüber den reinen Negativscannern aber immer noch etwas im Nachteil waren.

Wenn man sich die Marktpreise der Nikon-Scanner anschaut, darf durchaus bezweifelt werden, ob der Entscheid des Nikon-Managements so sinnvoll war: gebrauchte Coolscan 5000 kosteten plötzlich mehr als ehemals neu, selbst der kleine V ED ist  nur noch mit Glück zu finden. Für einen neuen, unbenutzten Coolscan 5000 habe ich vor kurzen sogar einen Preis von fast dem doppelten des ursprünglichen Listenpreises gesehen. Ähnlich wie bei analogen Kameras und Film als Medium scheint in diesem Bereich ein zwar kleiner, aber stabiler Markt zu bestehen.

Anders als die Nikon-Leute war sich Epson dessen offenbar wohl bewusst, die bereits erwähnten V700 und V750 setzten genau an dieser Stelle an: (relativ) hochpreisige Flachbettscanner, die aber spezifisch auf den Negativscan ausgelegt waren und anders als preislich vergleichbare Negativscanner alle Formate vom Kleinbild bis zum Grossformat aufnehmen konnten. Mit höhenverstellbaren Negativrahmen, der Möglichkeit, auch "flüssig" zu scannen (Fluid Mount, d.h. mit Hilfe einer Flüssigkeit eine absolute Planlage des Negativs zu erreichen) sowie Negativhaltern anderer Anbieter für diese Scanner eroberte Epson sehr schnell das Feld ernsthafter Hobby- und Profifotografen. Diese Scanner waren nicht nur gut für kleine Internet-Kopien, von Mittel- oder Grossformat ist selbst ein A3- oder A2-Ausdruck des Scans kaum von der klassischen Labor-Vergrösserung zu unterscheiden. Und selbst vom Kleinbildnegativ ist ein A4-Ausdruck in brauchbarer Qualität möglich.

Für den ernsthaften Hybrid-Fotografen (Analoges Bild, digitale Bearbeitung) war das also eine wunderbare Alternative zum teuren und kaum noch erhältlichen Negativscanner, richtig preiswert im Vergleich zu Negativ-Scannern wie dem Nikon Coolscan 9000, der auch Mittelformat scannen kann, aber absolut gesehen ebenfalls keine ganz billige Angelegenheit.

Ich selber war vor einigen Monaten nach Jahren der digitalen Fotografie doch wieder bei meiner Mamiya RB67, der Rolleiflex und einer neuen alten Leica M2 gelandet (neben den digitalen Auftragsarbeiten), so dass die Umwandlung der Negative in digitale Dateien wieder zum Thema wurde. Für die Leica bin ich gerüstet, den Nikon Coolscan V, den mein Bruder mir einmal auslieh, habe ich immer noch auf dem Schreibtisch stehen. Für das Mittelformat, mit dem ich nun aber hauptsächlich arbeite, hatte ich keine Lösung. Nach einigem Nachdenken und Vergleichen fällte ich schliesslich den Entschluss, mir den Epson V750 zu kaufen, das beste Modell der Epson-Familie.

Kaum hatte ich diesen Beschluss gefasst, rief mich Hendric Schneider von den Nikonians an und fragte, ob ich nicht einen V600 von Epson testen wollte. Testen ist immer gut, und nachdem ich ja sowieso einen Scanner kaufen wollte, passte mir das auch von meinen persönlichen Prioritäten wunderbar in den Kram. Ich sagte also zu, verschob den Kauf des V750 auf später und wartete auf das Testgerät.

Während ich also wartete, studierte ich schon einmal alle online verfügbaren Informationen: die technischen Daten des Herstellers, die ersten Kommentare der Fotozeitungen, die ersten Vergleichstests und Kommentare. Als ich alles gelesen hatte, wartete ich immer noch. Eine Nachfrage bei Hendric brachte auch nichts Neues zu Tage, noch kein Testgerät in Aussicht, also wartete ich weiter.

Technische Daten

Die technischen Daten lassen sich ausführlich auf der Epson-Homepage finden, hier die wichtigsten Punkte sowie als Vergleich dazu die Werte der beiden Spitzenmodelle V700 und V750 (alle Daten von der Homepage von Epson Deutschland):

Eigenschaft V600 V700 V750
Fotoelektrische Umwandlung CCD mit Mikrolenses (bei allen Modellen)
Optische Auflösung 6400 x 9600 dpi (bei allen Modellen)
Max. Ausgabeauflösung 12800 dpi (bei allen Modellen)
Farbtiefe 48 bit in, 48 bit out (bei allen Modellen)
Optische Dichte 3.4 D 4.0 D 4.0 D
Schnittstellen USB USB/Firewire (V700, V750)

Die optische Auflösung ist wohl ein eher theoretischer Wert: zwar kann ich das nicht testen, Vergleichstest von Scan-Fachleuten kommen jedoch zu dem Ergebnis, dass die tatsächliche Auflösung im richtigen Leben eher im Bereich unter 3000 dpi zu finden ist. Höhere Werte lassen sich wohl nur mit den spezifischen Negativscannern erzielen.

Die Scanner selber unterscheiden sich auch bei der maximalen Negativ-Grösse: während der V600 bis zum Mittelformat kommt (Streifen von max. 22 cm Länge, also etwa 3 Negative im Format 6x6 am Stück), fassen die Halter der beiden grösseren Modelle Filmmaterial bis zum Grossformat 8x10". Wer also im Grossformat arbeitet, braucht an dieser Stelle kaum weiterzulesen, hier kommen nur der V700 und V750 in Frage.

Letztere unterscheiden sich dadurch voneinander, dass der V750 gegenüber dem V700 eine spezielle Entspiegelung der Gläser besitzt, was zu einem noch klareren und kontrastreicheren Scan führen soll, sowie einem optimierten Spiegelsystem.            

Von diesen mechanischen Differenzen abgesehen (und dem Firewire-Anschluss) liegt der wesentliche Unterschied zwischen dem V600 und seinen grossen Brüdern also in der Dichte, die die Scanner zu ermitteln vermögen: 3.4 zu 4.

Der Dichteumfang beschreibt die Differenz zwischen dem hellsten (durchsichtigsten) Bereich und dem mit der maximalen Schwärzung im Film, den der Scanner auslesen und wiedergeben kann. Konkret heisst das, dass ein V750 möglicherweise noch Strukturen darstellen kann in einem Bereich, der beim V600 schon als plattes Schwarz oder Weiss abgebildet wird, weil der grosse Dichteunterschied gar nicht vollständig erfasst werden kann.

Während das für Dia-Fotografen weniger ein Problem darstellt, weil dieser Film selber einen Dichteumfang von nur 2-3 abdeckt, kann das bei Negativen schon kritisch werden, die es effektiv bis zu Werten von 4 schaffen können.

Für mich ist das allerdings eine eher theoretische Überlegung, da mir der direkte Vergleich fehlt. Für jemanden, der die Anschaffung eines dieser Modelle prüft, ist dies jedoch von der Negativgrösse abgesehen das zentrale Kriterium für eine Entscheidung, da hiervon natürlich auch die Qualität des Endergebnisses beeinflusst wird. Wer also mit dem Ziel grossformatiger Ausdrucke in bester Qualität antritt und das letzte Quäntchen Qualität aus den Vorlagen holen möchte, der sollte den Unterschied im Dichteumfang ernsthaft berücksichtigen und eher die grossen Brüder des V600 in die engere Wahl ziehen. Für die normale Anwendung, auch für sehr gute Ausdrucke, ist nach meinem Eindruck der V600 jedoch vollkommen ausreichend, ohne direkten Vergleich wird dem Betrachter der Ausdrucke oder am Bildschirm kaum der Gedanke kommen, der Fotograf könne sich wohl keinen besseren Scanner leisten, schon wieder nur dieser Dichteumfang von 3.4...

(1 Stimme )
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Erstellt am November 12, 2010

Letzte Änderung am Oktober 16, 2014

Holger Wahl Holger Wahl (Holger)

Awarded for his excellent article contributions to the Resources. Awarded for his wide variety of skills, a true generalist both in film and digital photography.

Roeschenz, Switzerland
Moderator, 1394 posts

2 Kommentare

Benutzer am April 6, 2011

Ein prima Bericht. Ausfühlich und informativ. Ich habe ihn mit Freude gelesen.... und denke nach, ob ich mir endlich einen Scanner kaufe.. Danke sagt Michael

Benutzer am November 19, 2010

Hinterlasst hier ein Kommentar um einen Nikkor 24-70 Objektiv Kaffebecher zu gewinnen.

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