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Objektiv-Testberichte

Praxisbericht Tamron SP AF60mm F2.0 Di II LD [IF] Macro

Thomas Berg (twberg)


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Gleich vorab ein kleiner Hinweis: in diesem Erfahrungsbericht über das Tamron 60mm f/2 Makro/Portrait Objektiv werden keine Leistungsdaten und Diagramme präsentiert, denn ich habe keinen Zugriff auf Meßwerkzeuge. Der gesamte Bericht ist rein subjektiv und spiegelt jene Aspekte wieder, die mir bei diesem Objektiv besonders bedeutsam erscheinen. Dazu gehört insbesondere „Bokeh“. Die rein technischen Eigenschaften werden anderswo im großen weiten Netz angemessen behandelt.

Lens 60mm

Tamron SP AF60mm F/2.0 Di II LD [IF] Macro 1:1

Als relative neues Produkt und geschaffen für das DX-Format wurde gleich ein Elektromotor integriert so daß das Objektiv uneingeschränkt verwendbar ist mit allen kleinformatigen Nikon-DSLR wie D40/x, D60, D3000 usw. Die Kombination aus Makroeignung bis 1:1 und Lichtstärke f/2 ist gegenwärtig einzigartig. Die Nikkore mit 60mm Brennweite sind lichtschwächer und das Voigtländer Nokton 1.4/58 SL II beherrscht nicht den Makrobereich und bietet keinen AF. Aus dieser kleinen Aufzählung von Konkurrenzprodukten mit teils ähnlichen Kennzahlen erkennt man, daß das 60mm Tamron eine freie Nische besetzt hat. Leider ist es kein FX-Vollformatobjektiv geworden, damit würde es sich weit von allen abheben!

Tamron möchte mit diesem Produkt Makrofreunde ebenso wie Porträtfotografen ansprechen, bietet dieses Objektiv am APS-C Sensor in etwa den gleichen Bildwinkel  wie ein 90mm Objektiv bei Kleinbildfilm. Wie das aktuelle 105mm VR Micro-Nikkor ist auch das Tamron vollständig innenfokussiert, ohne mechanischen Auszug konstruiert und muß daher prinzipbedingt seine effektive Brennweite im Nahbereich verkürzen. Als Erinnerung, Nennbrennweiten gelten bei Objektiven immer nur für Unendlich.

Für den extremen Nahbereich bei Abbildungsmaßstab 1:1 gibt Tamron eine Arbeitsentfernung (Abstand zwischen Objektivfront und Objekt) von 100mm an. Damit ist man ziemlich nahe am Objekt und scheue Tiere wie Insekten oder Frösche werden sich mit dieser Nähe kaum anfreunden. Einen Frosch wird man kaum mit 1:1 abbilden wollen aber sehr wohl mit 1:5, in dem Fall wäre der Arbeitsabstand auf 33cm gewachsen aber aus der Froschperspektive ist das immer noch aufdringlich nahe. Für Naturfotografie sind langbrennweitige Makrooptiken meist die bessere Wahl. Ein Makro mit kurzer Brennweite hat seine Stärken eher bei Stillleben und Studiofotografie.


Im Portraitbereich entsprechen die 60mm an DX dem Bildwinkel nach ungefähr 90mm an FX. Für viele Fotografen ist ein 1,4/85 „das“ klassische Portraitobjektiv schlechthin. Ich habe keine Ahnung wie oft tatsächlich Portraits bei Blende 1,4 geschossen werden, lassen Sie uns dazu ein Gedankenexperiment machen. Nehmen wir ein Portrait mit Schultern als Beispiel, das kommt im Abbildungsmaßstab 1:20 hin. Das 1,4/85 böte dann etwa 30mm Schärfetiefe an FX. Nicht viel.

Im Vergleich dazu bietet das 60er Tamron bei Blende 2 ebenfalls etwa 30mm Schärfetiefe bei 1:20 und DX-Format. Überrascht? Rechnen Sie ruhig selbst. Das Ergebnis gründet sich darauf daß der Durchmesser des zulässigen Unschärfekreises um den Faktor des kleineren Sensorformats verkleinert werden muß. Die Teilung um 1,5 wird annähernd aufgehoben durch die eine Blendenstufe zwischen f/2 und f/1,4; für die erzielbare Schärfetiefe bleibt es sich also gleich.

Nicht vergleichbar sind allerdings Faktoren wie Sucherhelligkeit und Arbeitsabstand. Ein 1,4/85 bietet im Sucher ein Maß an Helligkeit und Präsenz, die mit f/2 einfach nicht erzielbar ist. Beim 60mm DX Objektiv schrumpft der Arbeitsabstand auf 132cm gegenüber 187cm bei  85mm FX. Durch die Brennweitenverkürzung der Innenfokussierung wird man schätzungsweise bis auf 110cm an sein Modell heran müssen. Das ist schon ein deutliches Stück näher und sicher nicht jedem Modell angenehm.

Mit dieser umfangreichen Einleitung möchte ich dem Leser ins Bewußtsein rücken, daß dieses Objektiv ein Spezialwerkzeug ist. Sie sollten sich vor einem Kauf darüber im Klaren sein, wo seine Grenzen liegen.

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Erstellt am August 10, 2010

Letzte Änderung am März 23, 2017

Thomas Berg Thomas Berg (twberg)

Porz, Germany
Basic, 1 post

2 Kommentare

Walter Hanf (Fotofreund1964) am März 2, 2013

Awarded for his effort on German workshops.

Ich kann hier Holger nur zustimmen! Super Bericht! Hab mich schon an Tamron gewendet um für unseren Makroworkshop 2013 die Makros von Tamron auszuprobieren! Dieses Objektiv schlägt nach meinen Tests im vergangenen Herbst das Afs 2,8/60Nikkor in vielen Punkten und ist mit f=2,0 auch noch wesentlich vielseitiger und vor allem günstiger! Danke Thomas für diesen Bericht! Gruß aus Franken Walter

Holger Wahl (Holger) am August 11, 2010

Awarded for his excellent article contributions to the Resources. Awarded for his wide variety of skills, a true generalist both in film and digital photography.

Super Bericht, Glückwunsch! Tolle Mischung aus sachlichen Details (CA, Bokeh, Gegenlicht etc.) mit "Beweisfotos", aber auch eine schöne subjektive Beschreibung, so dass man sich das alles jenseits der technischen Daten auch lebhaft vorstellen kann. Weiter so, freue mich auf den nächsten Bericht!

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