nikonians

Als Nikon-Liebhaber und -Fans sind wir dennoch eigenständig und stehen in keiner Verbindung zur Nikon Corporation

Sprache auswählen:

Kamera-Testberichte Anleitungen

D800 - Teil 3: Praxis erster Teil, Auspacken

Holger Wahl (Holger) am Juni 7, 2012


Keywords: nikon, d800, bodies, produkt, artikel

Auf der Rückfahrt von der Nürnberger Messe erreichte mich der Anruf von Light + Byte in Zürich: die ersten fünf D800 seien angekommen, und eine davon sei die meine. Ich bin dann am folgenden Tag mittags gleich in Zürich vorbeigefahren und habe mir mein schönes Gehäuse abgeholt. Neben der hübschen goldenen Kiste gab es noch ein Päckchen Handbuch extra: die für die Schweiz notwendigen 3 Handbücher (deutsch, italienisch, französisch) passen gar nicht alle in die Schachtel, eines kriegt man separat in die Hand gedrückt. Auf der Rückfahrt von der Nürnberger Messe erreichte mich der Anruf von Light + Byte in Zürich: die ersten fünf D800 seien angekommen, und eine davon sei die meine. Ich bin dann am folgenden Tag mittags gleich in Zürich vorbeigefahren und habe mir mein schönes Gehäuse abgeholt. Neben der hübschen goldenen Kiste gab es noch ein Päckchen Handbuch extra: die für die Schweiz notwendigen 3 Handbücher (deutsch, italienisch, französisch) passen gar nicht alle in die Schachtel, eines kriegt man separat in die Hand gedrückt.

Sich mit der Kamera vertraut zu machen ist für jeden, der schon einmal eine digitale Nikon, besser noch eine D200 oder D300 benutzt hat, eine sehr übersichtliche Übung. Die wesentlichen Unterschiede habe ich bereits in Teil 1 des Berichtes beschrieben, als ich sie in den Händen hielt, allerdings kommen noch ein paar Kleinigkeiten dazu, die ich bei der Durchsicht der Daten überlesen hatte.

Aber zurück zum Auspacken: die Schachtel selber enthält die üblichen Teile: Kameragehäuse in Luftpolsterfolie, Akku, Gurt, USB 3.0-Verbindungskabel, Ladegerät, die Handbücher und die CD mit der Nikon-Software, wobei Capture NX2 wie auch sonst als Testversion geliefert wird. Keine Überraschungen also, alles sehr nüchtern, und dem Trend der Zeit folgend immer umweltfreundlicher: jenseits des goldenen Äusseren der Schachtel fällt das Auge auf solide Pappe, stossfest und recyclebar, aber nichts, was das Auge speziell erfreuen würde.

Braucht es auch nicht, denn dafür soll ja die Kamera selber sorgen. Der erste Griff, das erste Halten bestätigt die Vermutung aus Teil 1: Nikon-Qualität, soweit die Finger fühlen, und zwar jede Menge davon, denn gegenüber der D300 wirkt sie noch ein bisschen voluminöser, noch etwas "runder", man hat was in den Händen, selbst wenn sie im direkten Vergleich neben die D300 gestellt ähnlich zierlich aussieht.

Vom Anfassen bekommt man aber keine Bilder, und das selbe gilt, wenn man keinen Akku einlegt. Aus Gewohnheit habe ich das schöne Teil erst einmal an sein Ladegerät gehängt und gewartet, bis die Blinkerei aufhörte und der Akku voll geladen war. Schön ist er geworden: zwar kommen einem D300/D700-Fotografen die Tränen, wenn er, wie ich, über die Jahre jede Menge Reserveakkus vom Typ EN-EL3e angehäuft hat, andererseits ist beim Blick auf den neuen EN-EL15 verständlich, warum Japan neue Gesetze zur Sicherheit der Akkus macht: kein offener Kontakt, alles gut versteckt, den Akku kann man getrost nackig in die Fototasche werfen, keine Chance, dass er sich irgendwo einen Kurzen holt beim Kontakt mit den Kontakten. Zudem ist er kompatibel zur 1V und der D7000, also durchaus potentiellen Zweitkameras aktiver D800-Fotografen, der Kreis wird sich in Zukunft also irgendwann schliessen, wenn nur noch Geräte der neueren Generation im Schrank stehen. Das Ladegerät hat sich ebenfalls geändert, der Akku wird in eine Art Käfig im Ladegerät geschoben, nicht mehr einfach nur obendrauf. Ob das Vorteile hat, kann ich nicht sagen, es stört zumindest nicht.

Nächster Schritt: Klappe auf, Akku rein, Klappe zu. Beim "Akku rein" greift nun ein unübersehbarer gelber Haken nach dem Akku und sichert ihn vor dem Herausfallen. Bei der Entnahme muss man ihn etwas zurückschieben, damit der Akku frei kommt, dafür fällt er aber auch nicht von alleine heraus. Nichts Neues, nur etwas besser sichtbar und etwas schöner. Der Verschluss der Klappe selber entspricht dem der D300, ein kleiner Schieber, der die Klappe freigibt.

Die Kamera erwacht zum Leben, Sprache, Zeit Datum sind schnell eingestellt, die wichtigsten Menüpunkte geändert (vor allem verlustfrei komprimiertes RAW und 14 bit statt JPG), nächste Klappe auf, CF-Karte rein, formatieren, und dann.... die grosse Ernüchterung: wo die Anzeige der D300 abendfüllende 700 und mehr Bilder auf der 16 GB-Karte versprach, da ist neuerdings schon bei etwas über 200 Schluss. So wenig???? Klar, 36 MP sind nicht nur ein Problem auf dem PC, der sich einen Tiefen Schluck aus seinem Arbeitsspeicher nehmen muss, um mit solchen Bildern klarzukommen. Auch die Karten füllen sich entsprechend schneller.

Kurze Kontrolle: auf der D300 habe ich in der Regel mit komprimiertem RAW und 12 bit gearbeitet, macht Dateien von rund 12 MB Grösse, mal mehr, mal weniger. Meine 14 bit RAW-Dateien der D800 sind dagegen im Schnitt zwischen 40 und 50 MB gross, rund 4 mal so viel. In anderen Worten: für meine Veranstaltungsfotos würde ich für einen Abend statt zwei 16 GB-Karten nun die selbe Anzahl mit 64 GB benötigen. Ein Blick in die Preisliste bei Heiniger AG liess mich erschauern: für die SDCX-Karte dieses Ausmasses würden aktuell CHF 225.00 fällig, das selbe im CF-Format sollte in der Extreme Pro-Variante gar fast 500 Franken kosten, also rund 400 Euro. Und Tschüss, Du schönes 85 mm f/1.8 AF-S, auf das ich schon gespart hatte, das Geld fliesst nun in neue Speicherkarten...

Zu den Preisen muss ich sagen, dass ich grundsätzlich nur die schnellsten und sichersten Karten kaufe, die ich mir leisten kann, in diesem Fall also derzeit die Extreme Pro Serie von Sandisk für die SD-Karten, bzw. die Extreme (ohne Pro) für die CF-Varianten (letzteres aus Preisgründen, Pro ist schlichtweg jenseits meiner Karten-Kasse). Die Bilder sind oft nicht wiederholbar, so dass grösstmögliche Sicherheit (und Geschwindigkeit) wichtiger sind als ein paar gesparte Franken, die nach dem ersten Ausfall unendlichen Ärger nach sich ziehen.

Egal, da muss man durch. Also habe ich am nächsten Tag eine CF-Karte mit 64 GB gekauft, dazu eine zweite 64 GB SD-Karte in den zweiten Schlitz geschoben, und letztere als Reserve konfiguriert mit automatischem Überlauf, sollte die CF-Karte einmal voll sein. Wer schon mit der D300s oder der D7000 gearbeitet hat, für den ist das ein alter Hut, für Leute wie mich, die von der D300 oder noch älteren DSLR's kommen und Veranstaltungen fotografieren, ist es eine wunderbare Neuigkeit: zwei Kartenfächer, (fast) beliebig konfigurierbar. Alternativ zum Überlauf von einem auf das andere Fach kann man auf der einen Karte RAW, auf der anderen JPG speichern, oder auf der einen Foto, auf der anderen Film. Der Deckel des Kartenfachs ist übrigens wie bei allen neueren Nikons recht einfach gehalten, einfach nach hinten ziehen, schon geht er auf. Der separate Verriegelungshebel bei der D300 hat mir persönlich besser gefallen, weil so auch versehentliches Öffnen verhindert wurde, aber mittlerweile habe ich mich an diese Variante gewöhnt, die zudem den Vorteil hat, jetzt von der kleinsten Nikon an Standard zu sein, was der schönen Durchgängigkeit der Bedienung bei Nikon entgegenkommt.

(1 Stimme)
vorherige Seite Seite 1/3 alle Seiten anzeigen
Holger Wahl Holger Wahl (Holger)

Roeschenz, Switzerland
Moderator, 1029 posts

7 Kommentare

Egg Klaus (KEChristina01) am Oktober 24, 2013

Hallo Holger, dein Bericht hat mich schon gefesselt. Nach 2 maligem durchlesen hab ich die D5000 meiner Tochter überlassen und mir die D800 zugelegt. Derzeit fotografiere ich mit den Objektiven 50mm/1,4 AF-S , 70-200mm/2,8 und dem 14-24mm/2,8. Sehr gute Handhabung, eine übersichtliche und verständliche Bedienung kann ich bestätigen. Die Ergebnisse sind Traumhaft. Lieber Holger ich warte schon gespannt auf deinen nächsten Bericht mit den Objektiven und dem Prxistest, bis wann kann man damit rechnen ?

Wolfgang Stemme (Flitzpipe) am März 13, 2013

Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht und die Mühe die du dir gemacht hast. Die teuren Kartenchips werden einmal billiger werden wie die Kamera selbst, sobald ein neues Modell auf den Markt kommt. Dann könnte die D800 auch einmal in meinen Besitz kommen.......doch wird es ein unerfüllter Traum bleiben. Herzliche Grüße in die Schweiz, Wolfgang

Gander-Thür Gregor (flieger007) am März 9, 2013

Seit einer Woche ist es nun Wirklichkeit: D800 nennt sich mein Eigen! Meine Objektive (14-24/24-70/70-200/2.8) bringen erst jetzt mit dieser Kamera ihre Leistung. Damit hat für mich eine ganz neue Ära in der digitalen Fotografie begonnen. Das Warten hat sich gelohnt!

Burkhard Gudd (gucky) am Januar 26, 2013

Hallo Holger Nochmals vielen Dank für Deine großartigen Bericht! Deine Anschaulichen Beschreibungen liegen absolut auf Darrell Young Level! Zwar erlaub mir meine "Portokasse" weiterhin keine D800 zur Zeit, aber ich bin nicht mehr so abgeneigt :-) beste Grüße Burkhard

Walter Hanf (Fotofreund1964) am Januar 17, 2013

Lieber Holger, Diesen Praxistest der 800 habe ich jetzt zum zweitenmal gelesen! Deine praktische Art der Beschreibungen und Komentare, die Du überzeugend darstellst lassen mich gespannt auf den nächsten Teil mit Vergleichsbildern (FX-DX und alte-neue Objektive) warten! Ganz große Klasse, daß Du Dir diese Mühe antust!!! Grüße aus Franken Walter

Gander-Thür Gregor (flieger007) am Juni 11, 2012

Lieber Holger, mit grossem Interesse habe ich den dritten Teil deines Berichtes gelesen. Deine detailreichen Beschreibungen sind sehr hilfreich. Denn ich möchte in den nächsten 12 Monaten nun endlich auf FX umsteigen. D4 ist ausser finanzieller Reichweite... Zuerst dachte ich bei einem günstigen Angebot eine D700 zu erstehen, aber nach deinem Bericht - fokussiere ich mich doch klar auf die D800! Ich bin froh zu lesen, dass die D800 auch im ISO-Bereich gut abschneidet. Da hatte ich nämlich meine Bedenken. Entweder grosser ISO-Bereich oder Pixel-Gigant. Die D800 scheint da beide Anforderungen vollauf zu genügen. Nun geht's ans Sparen... vielen Dank für deine Bemühungen und so freue ich mich auf den nächsten Teil. Gruss vom Sempachersee, Gregor

Pierre Blattner (blatgun) am Juni 7, 2012

Genau wie erwartet, ausgezeichnet! Die klaren und eindeutigen Aussagen über gute und weniger guten Aspekte machen das Ganze zu einer reellen Wohltat! Danke. Freue mich schon sehr auf die weiteren Kapitel.

Nach oben