Zoom-Bereich
Der grösste Unterschied zwischen dem Nikon 18-200 und den Tamron 18-270, zumindest auf dem Papier, ist die längere Brennweite des Tamron. 70 mm hören sich gewaltig an, man muss sich allerdings zwei Dinge vor Augen halten: wenn man die 70 mm Differenz als Prozentsatz anschaut, ist das nicht mehr so gewaltig: gegenüber den 200 mm des Nikons sind das gerade Mal 35% mehr Brennweite. Dazu kommt, dass sich viele Millimeter Brennweite im Tele-Bereich nicht besonders auswirken. Bewusst wird einem das, wenn man den Bildwinkel der Objektive am langen Ende vergleicht: 8.1° beim Nikon gegenüber 5.55° beim Tamron, also ein Unterschied von 2.55°. Zum Vergleich: die Differenz im Bildwinkel zwischen 10 und 12 mm im Bereich extremer Weitwinkelobjektive beträgt 8°, was einen sehr beträchtlichen und deutlich sichtbaren Unterschied ausmacht, obwohl wir hier nur 2 mm oder 20% mehr Brennweite haben.
Beide Objektive weisen einen erstaunlichen Umfang auf, vom Weitwinkel (18 mm entsprechen rund 27 mm Brennweite im klassischen FX- bzw. Negativ-Format) bis zum längeren Tele. Und auch wenn die 270 mm nicht so ausgeprägt ins Auge fallen, wie es die Zahl vermuten lässt, so gibt es doch immer wieder Situationen, wo genau dieses Mehr an Brennweite einen besseren Ausschnitt, in grösseres Detail ermöglichen. Bei ansonsten vergleichbaren Werten, vor allem den guten Ergebnissen in der Bildqualität, beim OS und dem Autofokus, stellt die längere Brennweite eindeutig einen Vorteil für das Tamron dar.
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Nikon_18-200_200 |
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Tamron_18-270_270 |
Dazu kommt noch ein wichtiges Detail: die Nah-Einstellgrenze. Praktisch auf jeder Verpackung eines Objektives steht heutzutage „Makro“ drauf, wobei die Ansichten darüber, was darunter zu verstehen ist, doch sehr weit auseinander gehen. Natürlich sind die beiden Zooms nicht Makro-Objektive im korrekten Sinn, aber mit einem Mindestabstand von 50 cm bei 200 mm Brennweite (Nikon) und 49 cm bei 270 mm Brennweite(Tamron) kommt man doch sehr viel näher an die gewünschten Objekte heran, als das früher einmal mit dem beliebten 50 mm Standardobjektiv der Fall war. Wenn man jetzt noch eine Kamera mit 10 und mehr Megapixeln Auflösung hinten am Objektiv hängen hat, dann kann per zusätzlicher Ausschnittsvergrösserung doch ein ausreichend hoch auflösendes Bild eines sehr kleinen Details dargestellt werden.
Dabei macht sich am Tamron die längere Brennweite bemerkbar: auch wenn der Brennweitenunterschied wie bei den Landschaftsaufnahmen auf den ersten Blick nicht so stark ins Auge fällt, so macht sich die Differenz von 70 mm hier doch auch bemerkbar, zumal der Aufnahmeabstand über die gesamte Brennweite unverändert bleibt. Die im Beispiel gezeigte Blüte hat im richtigen Leben einen Durchmesser (in der Breite gemessen) von rund 10 cm.
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Nikon_18-200_Makro |
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Tamron_18-270_Makro |
Neben dem enormen Brennweitenumfang kommt also noch eine Naheinstellgrenze dazu, die diese Objektive zu echten Allroundern macht, die man in der Regel ständig auf der Kamera lassen kann. Selbst Blüten, Schmetterlinge oder (für Sammler interessant) Briefmarken oder Münzen können Bildfüllend abgebildet werden.
Blende
Beide Objektive haben eine variable Anfangsblendenöffnung. Das heisst, dass das Zoomen bei offener Blende dazu führt, dass diese immer kleiner wird, je länger die Brennweite ist. Die Anfangsblende ist mit 3.5 identisch, am langen Ende hat Nikon mit 200 mm Brennweite noch eine Blende von mindestens 5.6, während das Tamron von 200 bis 270 durchgehend schon auf 6.3 geschrumpft ist. Verglichen mit den festen maximalen Blenden der Profizooms (f/2.8) ist das in jedem Fall traurig und definitiv sichtbar, zwischen den beiden Kandidaten ist am langen Ende jedoch nur ein minimaler Unterschied festzustellen: mit dem Tamron ist ab rund 180 mm das Sucherbild etwas dunkler als mit dem Nikon. Bei Tageslicht macht das kaum einen Unterschied, bei schlechtem Licht kann es aber störend sein, auch lässt die Treffsicherheit des Autofocus dann nach, was vor allem bei den kleineren Nikon-Gehäusen, die mit einfacheren AF-Modulen ausgestattet sind, auffallen dürfte.