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EPSON Stylus Photo R2880 Testbericht
by Thomas Berg

Nikonian Thomas Berg
username twberg
Nikonian in Germany

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  Index
  Einleitung
Der Drucker kommt an
  Epson software
  Die Arbeit mit dem Drucker
Rund um die Druckqualität
Kommentare zu den mitgelieferten Papieren
Meine Eindrücke, ausgedrückt
Fazit
 
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6.2. Verbrauch an Papier und Tinte

Im Zuge dieser vierwöchigen Testphase mit dem R2880 habe ich
•    21 Blatt A4 in Farbe
•    7 Blatt A4 in Schwarz-Weiß
•    4 Blatt “Panoramapostkarte”
•    12 Bögen A3+ in Farbe
•    14 Bögen A3+ in S/W

gedruckt und dafür netto
•    10 Kartuschen Tinte

benötigt. Statistisch und über den Daumen vereinfacht entspricht dies 114 Milliliter Tinte versprüht über rund 5,8 Quadratmeter Fotopapier. Ziemlich genau 20 ml pro Quadratmeter (oder drei Patronen für die Fläche einer normalen Zimmertüre; einseitig natürlich).

Ursprünglich hatte ich vor, die Verbrauchswerte und Betriebskosten des R2880 mit Print-Dienstleistern zu vergleichen. Schon beim ersten Blick auf die enorme Vielfalt der Angebote war mir klar, daß dies keinen Sinn machen würde. Zudem ändern sich Angebote und Anbieter rasch. Ich denke, mit der Durchschnittswertangabe “20 ml/m²” können Sie unter dem Strich mehr anfangen und sich eine eigene Bilanz der zu erwartenden Kosten machen.


6.3. Würde ich solch einen kaufen?

Um mit der Tür ins Haus zu fallen, Nein. Weil ich bei meinem geringen Druckaufkommen keinen solchen Drucker benötige. Das ist eine sehr persönliche Entscheidung, die keineswegs von den beobachteten Schwächen des R2880 beeinflusst ist. Ich bin sehr dankbar für die Gelegenheit, in aller Muße mit diesem Drucker und den zugehörigen Papieren experimentieren zu können. Wie schon erwähnt lernte ich daraus, wie sehr großformatige Drucke auf Bilddaten von sowohl künstlerischer als auch technischer Klasse angewiesen sind, um ihre volle Wirkung zu entfalten. Der Drucker entspricht nicht dem Massendurchschnitt und die zugeführten Bilder sollten es auch nicht sein. Meine Jahresausbeute an herausragenden Fotografien ist zu klein und rechtfertigt nicht die Investition in solch einen Spitzendrucker.

Ob man den Kauf eines R2880 ins Auge fassen sollte ist, wie so oft, eine Frage gesunder Selbsteinschätzung. Wer intensiv seinem Fotohobby nachgeht oder berufsbedingt einen Drucker dieser Qualitätsklasse benötigt, wird ganz andere Maßstäbe anlegen wollen als ich. Fraglos, die Qualität der Ausdrucke lässt eigentlich keine Wünsche offen, abgesehen vom prinzipbedingt geringeren Glanzgrad der Pigmenttinte; aber das gilt für alle Hersteller. Wer also für sich selbst Bedarf an einem hochklassigen Drucker für Ausdrucke bis Größe A3+ sieht, möge den R2880 sehr wohlwollend in Betracht ziehen und ich habe keinen Zweifel, daß der größere Bruder Pro3800 ebenso hervorragende Ergebnisse liefert. Insbesondere Freunde von Schwarz-Weiß-Drucken kommen voll auf ihre Kosten. Mit meinen S/W-Drucken bin ich derart zufrieden, daß ich keinen weiteren Gedanken an Konkurrenzmodelle verschwenden würde.

Lediglich zwei Ärgernisse bleiben auf der Sollseite: der Tausch der Schwarztinte für Matt- bzw. Glanzpapiere und der gelegentliche Fehler im Oberflächenglanz (Gloss Differential) bei allen Arten glänzender Papiere. Nennen Sie mich kleinlich, aber mir haben diese beiden “Macken” eine zu weitreichende Wirkung auf den Arbeitsfluss. Sie passen nicht zu der hervorragenden Druckqualität und ich wünsche mir, daß EPSON sich beider Kritikpunkte für ein Folgemodell annimmt.

Dem stehen als Pluspunkte die hervorragenden Profile und das enorm nützliche Photoshop Print Plug-In gegenüber. Diese scheinbar nebensächlichen Elemente bringen hohe Punktzahlen auf meiner Bewertungsskala wegen ihrer Nützlichkeit im Arbeitsablauf. Gerade den Gelegenheitsnutzern bleiben dadurch einige Kopfschmerzen erspart und deshalb lobe ich EPSON hier nochmal ausdrücklich.


7. Schlussworte, lästerhaft und lieblich
Wem es genügt, statt selbst zu drucken seine Datenträger in den Auftragsterminal beim Drogeriemarkt zu stecken, wird weder für den Nervenkitzel noch für den Zauber der Bildbearbeitung viel übrig haben. Das ist völlig legitim und ich habe nichts dagegen einzuwenden. Allerdings, für meinen Teil war ich nie richtig zufrieden mit den Fotoabzügen der Dienstleister, weder vom Drogeriemarkt noch vom Fotohändler und das war auch schon Zeiten des Negativfilms so. In gewisser Weise bin ich eifersüchtig wenn Leute ihre Abzüge vom Discounter abholen und total zufrieden mit den Bildern sind. Herzlichen Glückwunsch. Dies ist nicht das Zielpublikum für Drucker der Kategorie EPSON R2880, da bin ich mir sicher.

Daß wir uns recht verstehen, ich bringe hier keine Geringschätzung zum Ausdruck.

Es geht mir vielmehr um eine grobschlächtige Abgrenzung zwischen Bilderguckern und Bildermachern.

In der Gesamtheit seiner Fähigkeiten und der Vielfalt möglicher Druckmedien stellt der R2880 ganz klar ein Werkzeug für Macher dar und keins für Gaffer. Wer einfach nur schnell Prints in der Hand halten will, kommt ohne einen solchen Drucker einfacher und billiger zum Ziel.

Künstler und Kreative benötigen Werkzeuge, die ihre kreativen Ideen mitmachen und reproduzierbar umsetzen können. Das gilt sowohl für Fotografien wie Photoshop-Kreationen.

Der Schwerpunkt liegt auf Bildermacher, nicht Bilderkonsument.

Die gegenwärtige Windows-Version 1.05U des wirklich sehr netten Photoshop Print Plug-In ist leider nicht ganz frei von kleinen Ärgernissen und das weit verbreitete Windows XP ist beim Thema Farbmanagement noch nicht so entwickelt wie VISTA und Win7 es sind. Ich sehe schon die Transparente hochgehalten: “Drucken bedeutet Ärger” und “Windows bedeutet Ärger”. Bisweilen korrekt. Aber EPSON macht tolle Drucker, zumindest für diesen kann ich das sicher sagen!

Ich verstehe mittlerweile, weshalb viele Kreative einen MAC den PCs vorziehen. Wenn ich mich genügend über falsch oder doppelt profilierte Ausdrucke geärgert habe (weil Software nicht so mit Software kommuniziert wie ich als Anwender das für richtig halte) werde ich wahrscheinlich umsteigen in der Hoffnung, diese Sorte Kummer dann los zu sein.

Jetzt ist tatsächlich Schluss und ich hoffe Sie hatten etwas Lesespaß,

Thomas



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