Bewertung
Es ist erstaunlich, was ein kleines
Gerät mit lediglich 8 Tasten und einem Funktionsrad alles kann.
Dieser Bericht ist nicht einmal vollständig, da ich verschiedene
Funktionen wie die Einbindung in Photoshop gar nicht verwende und daher
auch nicht beschrieben habe. War meine erste Sorge beim Betrachten der
Schachtel „wie willst Du denn einen Bericht zusammenkriegen
über so ein kleines Teil?“, so habe ich nun eher Mühe,
diesen Bericht so übersichtlich zu halten, dass der Leser nicht
den Faden verliert, obwohl ich noch nicht einmal alle Funktionen
detalliert beschrieben habe.
Mein persönlicher Eindruck des Espon P-7000 ist positiv. Sehr
positiv sogar, daher will ich zuerst die wenigen Punkte erläutern,
die mir persönlich nicht so gefallen habe, bzw. bei denen man mit
realistischen Erwartungen an die Sache herangehen muss.
Handbuch – Das Handbuch sieht zwar gut aus, auch relativ
umfassend, wenn man sich jedoch mit den einzelnen Funktionen
auseinandersetzt, muss man feststellen, dass viele Funktionen nur sehr
rudimentär beschrieben sind und Ausprobieren erforderlich ist, bis
man Handhabung und mögliches Ergebnis umgesetzt hat. Positiv sind
dagegen das Handling und die Menüführung des Viewers selber,
so gesehen ist das Gerät fast selbsterklärend.
Fehlende Beleuchtung der Tasten – Nach einer Fotowanderung haben
wir im Freundeskreis oft noch abends draussen die Bilder betrachtet und
bewertet. Sobald es Dunkel ist, muss man sich jedoch auf seinen
Tastsinn verlassen: die Bedienelemente des P-7000 sind nicht
beleuchtet. Ich würde eine solche Beleuchtung sehr begrüssen,
da der Viewer ja gerade auch an Orten eingesetzt werden kann, wo andere
Infrastruktur fehlt.
Fernsteuerung der Kamera – Das grosse Highlight des Gerätes
weckt Erwartungen, die nur zum Teil erfüllt werden können.
Die Tatsache, dass die Kamera über den Viewer ausgelöst
werden kann, ist erfreulich. Sie ersetzt jedoch nicht eine
vollständige Fernsteuerung der Kamera, wie es mit Camera Control
möglich ist. Unter Studiobedingungen ist das Anschliessen eines
Computers kein Problem, hier wird kaum jemand den Viewer verwenden.
Interessant ist diese Funktion bei Landschafts- oder Naturaufnahmen mit
Stativ, wenn wenig Material herumgeschleppt werden kann.
Auch ersetzt diese Funktion den Fernauslöser der Kamera nur
teilweise: Langzeitbelichtungen mit Timer oder Feststellen des
Auslösers beherrscht der Viewer nicht.
Das waren im Grossen und Ganzen auch schon die Punkte, die ich aus meiner subjektiven Sicht zu bekritteln habe.
Auf der Seite der guten Nachrichten ist die Liste deutlich länger:
Funktionalität, Handling und Geschwindigkeit – Der P-7000
ist ein hervorragendes Werkzeug für die mobile Sicherung und
Verwaltung von Bildern. Die logische und einfache Bedienung, die
Konzentration auf wenige, gut positionierte Elemente und die
Geschwindigkeit machen den Viewer zu einem Hilfsmittel, das man gerne
und oft einsetzt. Kleine Hilfen, wie z.B. die Darstellung der Bilder
als Kacheln im Hintergrund, wenn man auf einen Bilderordner klickt,
helfen enorm bei der Bedienung.
Vollständigkeit – Ich besitze kein Gerät, das so
vollständig ausgeliefert wird. Lediglich einen zweiten oder
dritten Akku wird man kaufen, wenn Mobilität ein zentrales Thema
ist. Alles andere, vom Auto-Ladekabel über einen Fuss bis hin zum
separaten Akku-Ladegerät (wenn nicht im Viewer selber geladen
wird) ist in der Originalverpackung mit dabei.
Bildschirm – 4 Zoll klingt nicht nach viel, vor allem da die
neueren Nikon-Modelle selber ja schon einen 3 Zoll grossen Bildschirm
mit hoher Auflösung haben. Der Unterschied ist aber beeindruckend,
die Bilder können dank des hervorragenden Bildschirms und einer
einfachen Zoom-Funktion sehr gut betrachtet, kontrolliert und beurteilt
werden.
Verbindung mit der Kamera – Habe ich oben bemängelt, dass
der Funktionsumfang der Kamera-Verbindung eher mässig
ausfällt, so muss ich unter den positiven Punkten noch einmal
ausdrücklich darauf hinweisen, dass diese Funktion bei den am
Markt erhältlichen Viewern erstens derzeit einzigartig ist, dass
sie aber zweitens vor allem einen wirklich sinnvollen Zusatznutzen
darstellt: einmal benötigt man für das normale
Fernauslösen der Kamera kein zweites Gerät
(Fernauslöser), vor allem aber ist die direkte Übertragung
der Bilder zur Kontrolle auf dem Viewer eine herrliche Sache, wenn man
vom Stativ fotografiert. Die sofortige Bildkontrolle auch ohne Laptop
oder PC, die Möglichkeit, Bilder nach der Prüfung wiederholen
zu können, ohne die Kamera zu bewegen (oder auch nur in die
Nähe gehen zu müssen), das ist vor allem interessant, wenn
die Kamera so tief oder hoch montiert ist, dass man den Bildschirm der
Kamera selber nicht einsehen kann. Zudem besitzt nicht jeder die Camera
Control Software von Nikon, so dass der Viewer für gelegentliches
Fernsteuern der Kamera eine sehr gute Alternative darstellt.
Mobiles Album – Das ist die für mich eine zentrale Funktion,
die eine unkomplizierte und schnelle Präsentation der vielen
Bilder, die auf unseren Festplatten ruhen, erst so richtig
ermöglicht. Für den Besuch bei Verwandten oder Freunden muss
kein Laptop mitgenommen oder mühsam Beamer oder Fernseher
angeschlossen werden, einfach alle Bilder und Alben in das kleine
Gerät schieben, bei Oma an den Fernseher hängen, und schon
kann die Diashow beginnen. Aber auch der Bildschirm des Viewers selber
ist gross und vor allem hell und kontrastreich genug, dass Fotos in der
Runde herumgereicht werden können, wie man das früher mit den
Abzügen aus dem Labor konnte.
Sicherung – Die grundlegende Funktion des P-7000, und eine,
für die alleine ich mir so ein Gerät schon anschaffen
würde. Es ist eine enorme Erleichterung, während einer
längeren Reise oder einer grossen Veranstaltung (Hochzeit etc.)
die Speicherkarten zwischendurch sichern zu können. Nicht nur, um
sie anschliessend wieder formatieren zu können, sondern auch, um
schnell eine Kopie der Bilder zu haben. Oft sind Fotos
unwiederbringlich, und jeder, der viel Fotografiert, ist wohl schon
einmal ins Schwitzen geraten, wenn gegen Ende der kirchlichen Trauung
die Kamera plötzlich einen Datenfehler meldet und der Computer sie
im ersten Anlauf nicht lesen kann. Der P-7000 ermöglicht die
Verwendung mehrerer, aber dafür kleinerer Karten, erstellt eine
Sicherungskopie, während man mit der nächsten Karte
weiterarbeitet, und sorgt so für eine Minimierung und Verteilung
des Risikos von Schreib- und Lesefehlern. Und vor allem: den P-7000 hat
man dabei, wenn man ihn braucht, und er wird auch verwendet, weil er
schnell und unkompliziert ist. Mit meinem Laptop kann ich das alles
auch machen, logisch, aber wie oft habe ich den Rechner im Auto
gelassen, weil mir der Aufbau zu umständlich war oder ich keinen
Platz hatte, wo ich das Gerät unbeaufsichtigt stehen lassen
konnte, von der fehlenden Steckdose ganz abgesehen?
Multimedia – Zwar habe ich mittlerweile mehr Geräte zum
Abspielen von Medien, als ich Ohren habe, speziell die Wiedergabe von
Filmen ist jedoch eine Sache, die vor allem angesichts der
Fähigkeiten von immer mehr Kameras, auch DSLR’s,
nützlich und interessant ist. Analog zur oben beschriebenen
mobilen Diashow gilt das selbe auch für die Präsentation von
Filmen, egal ob auf dem Viewer selber oder als Mini-Videorecorder
für den Anschluss an Beamer oder Fernseher.
Bildbearbeitung – Zwar bin ich kein Photoshop-Anwender und nutze
daher die Bewertungsfunktion sowie die Optimierungsmöglichkeiten
im Zusammenhang mit dieser Software nicht, aber bereits die
Möglichkeiten wie Wasserzeichen oder auch Drehen und Ausschneiden
sind nützlich, wenn ein Bild für eine Präsentation oder
einen schnellen Druck verbessert werden soll.
Verzeichnisstruktur – Die Trennung des Sicherungsverzeichnisses
von den anderen Verzeichnissen, in denen Bilder, Filme und Musik zur
Präsentation verwaltet werden, hört sich jetzt trivial
an, trägt aber enorm zum einfachen, schnellen und
zuverlässigen Einsatz des P-7000 bei. Beim Sichern muss man nichts
einstellen, auswählen oder konfigurieren, nur die Auswahl von
„Daten Sichern“ ist erforderlich, alles weitere macht das
kleine Gerät. Umgekehrt habe ich im Verzeichnis meiner Bilder
für die Präsentation freie Hand, kann beliebig
Unterverzeichnisse vom Computer aus anlegen und so ein gut
strukturiertes Fotoalbum aufbauen, das zudem mit 180 GB ein hohes
Fassungsvermögen hat.
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P7000 Slideshow
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Fazit
Der P-7000 von Epson ist kein ganz
billiges Gerät. Nach meinem Eindruck ist er aber sein Geld wert:
Lieferumfang, Ausstattung, Qualität, Geschwindigkeit und das
Handling sind hervorragend. Zudem kann der Viewer, ähnlich wie
unsere Kameras, per Firmware-Update aktualisiert werden, so dass eine
Optimierung der Funktionen oder möglicher Fehler auch nach dem
Kauf gewährleistet ist.
Ein Gerät wie der P-7000 liegt sicherlich nicht zentral in der
Wunschliste vieler Fotografen, mir ist es jedenfalls nicht anders
gegangen. Das liegt nach meinem Eindruck aber vor allem daran, dass die
meisten Amateure, aber auch so mancher Profi, zu wenig darüber
wissen. Fotografieren kann man natürlich auch ohne einen P-7000,
aber wie so viele kleine Werkzeuge erleichtert der P-7000 einerseits
die Arbeit im Rahmen seiner Funktion als Sicherungsmedium,
ermöglicht dazu aber Dinge, für die ich keine bessere
Lösung kenne, wie z.B. als mobiles Fotoalbum, kleinen
Kontroll-Bildschirm und neuerdings noch integrierten Fernauslöser.
Selten jedenfalls ist ein Zusatzgerät so schnell in die Familie
aufgenommen worden wie der P-7000: vor allem für die
Vorführung auf dem Fernseher oder Beamer, oder für eine
schnelle Sicherung draussen in der Wildnis, will ihn niemand mehr
missen.
So lautet denn mein persönliches Urteil auch: EMPFEHLENSWERT!