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Nikon D90 Erfahrungsbericht
by Holger Wahl

Nikonian Holger Wahl
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Nikonian in der Schweiz

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  Nikon D90 im richtigen Leben
  Das Gehäuse im Überblick
  Belichtung und Videoaufnahme
  Bildqualität und Testbilder
  Active D-Lighting & Fazit
 
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Nikon D90 ERFAHRUNGSBERICHT

Active D-Lighting

Eine Funktion der D90 hat es mir besonders angetan: Active D-Lighting.

Dieser digitale „Aufhellblitz“ kann an der D90 in mehreren Stufen von Aus bis Stark eingestellt werden, oder eben „automatisch“. Bei den Vergleichsbildern mit der D200 habe ich die Funktion ausgestellt, bei den allgemeinen Bildern jedoch auf „automatisch“ gelassen. Das Ergebnis ist beeindruckend: wo sonst abgesoffene Schatten, dunkle Gesichter und enorme Kontraste Bilder vor allem bei Sonne unmöglich machen, sorgt Active D-Lighting für sehr ausgeglichene Belichtungen. Eine Distel gegen hellen Himmel, ohne Belichtungskorrektur, sieht normalerweise aus wie ein Scherenschnitt. Mit Active D-Lighting ist die Distel genauso korrekt belichtet wie der Himmel. Vor allem für Aufnahmen bei direkter Sonne oder Schnee eine absolut hilfreiche und sinnvolle Funktion.

Nikon D90 Back - Nikonians
Nikon D90 - Active D-Lighting

Weitere Funktionen

Die D90 verfügt wie die meisten Kameras über einen Umfang an Funktionen und Einstellmöglichkeiten, die einen relativ kurzen Erfahrungsbericht schlichtweg sprengen. Es gibt die Möglichkeit, individuelle Einstellungen zu speichern, über Voreinstellungen im Picture Control Menü kann die Bildbearbeitung in der Kamera voreingestellt werden (und später in View NX oder Capture NX2 noch einmal angepasst werden), der Focus weist noch eine Reihe von Einstellmöglichkeiten auf, und so weiter und so fort. Im Support-Bereich der Nikon-Homepage findet der interessierte Leser das Handbuch der D90, zudem gibt es bereits einige E-books und auch richtige Bücher in deutscher wie in englischer Sprache, die dem Anfänger wie dem Fortgeschrittenen den richtigen Weg weisen.

Darüber hinaus bietet Nikon auch Tageskurse in Ihre Nikon School.

Zurück zu den Fragen zu Beginn des Berichtes

Sollte der Leser bis hierhin alles tatsächlich gelesen haben, dann müssten sich die Fragen zu Beginn des Berichtes eigentlich schon weitgehend selbst beantwortet haben. Für alle anderen sei hier noch einmal meine (persönliche und subjektive) Antwort darauf gegeben:

Ist die D90 eine gute Einsteiger-Kamera, oder ist sie zu kompliziert?

Sie ist. Richtig gut, auch ein bisschen kompliziert, aber nicht mehr als nötig. Es gibt im Internet einige Fotografen, die der Ansicht sind, mehr als eine D40 brauche man nicht. Das sehe ich anders: selbst wenn man die manuellen Einstellmöglichkeiten nicht nutzt (und einem die Vorteile des zweiten Einstellrades daher vollkommen egal sind), sind die einzelnen Komponenten der Kamera wie Autofokus, Belichtungsmessung etc. doch so viel schneller und zuverlässiger, dass es meines Erachtens auch für den Gelegenheitsfotografen sinnvoll ist, die D90 der D60 vorzuziehen (von finanziellen Grenzen einmal abgesehen). Auch der grössere Sucher, die Möglichkeit, ältere AF-Objektive voll nutzen zu können und nicht zuletzt die bessere Bildqualität machen die D90 auch bei Einsteigern zu einer sinnvollen Investition, vor allem dann, wenn sie mit der Kamera wachsen möchten.

Ich habe eine D40(x)/D70(s)/D80, soll ich die D90 kaufen oder doch auf die D300 sparen?

Das hängt sicherlich davon ab, warum der Wechsel stattfinden soll. Für 90% der so Fragenden wäre meine Antwort eindeutig: D90 kaufen und das gesparte Geld lieber in gute Objektive stecken. Beim grössten Teil der potentiellen Käufer wird die D90 sogar sichtbar bessere Ergebnisse bringen, da sie in ihrer internen Bildbearbeitung stärker auf das fertige Bild aus der Kamera ausgerichtet ist. Die D300 ermöglicht, erfordert aber auch mehr manuelle Eingriffe und teilweise mehr Nacharbeit. Der Griff zur D300 ist meines Erachtens nur dann sinnvoll, wenn ihre Besonderheiten erforderlich sind: wettergeschütztes Gehäuse (Expedition, staubige / feuchte Umgebung etc.), höhere Geschwindigkeit (Schwerpunkt Sportfotografie), oder aus einem ganz wesentlichen Grund: die Verwendung alter manueller Nikon-Objektive. Wenn letzteres erforderlich ist, dann hat man praktisch keine Wahl, sofern man nicht vollständig auf die Belichtungsmessung in der Kamera verzichten will. Für alle anderen gilt jedoch ganz klar, dass die D90 in jeder Hinsicht der sinnvollere Kauf ist.

Soll ich eine gebrauchte D200 oder doch eine neue D90 kaufen?

Meine Hauptkamera ist eine D200, nach dem Test mit der D90 ist meine persönliche Antwort auf diese Frage aber klar: für normale Anforderungen ist die D90 die bessere Kamera. Und wenn die Besonderheiten der D200 (Verwendung manueller Objektive, Wetterschutz) tatsächlich benötigt werden, dann ist sie immer noch eine hervorragende Kamera, zumal die Preise in den bekannten Online-Auktionshäusern mittlerweile auf Spottpreise gesunken sind, angesichts der Qualtität der Kamera. Wo es nicht allzusehr auf das Geld ankommt, dem würde ich empfehlen, eher noch ein bisschen länger zu sparen und die D300 zu kaufen (zumal die D200-Gehäuse am Markt nicht jünger werden). Und wenn hohe ISO-Werte eine Rolle spielen, wie bei meiner Kirchen-Fotografie, dann sollte man vielleicht noch ein bisschen länger warten und die D700 kaufen.

Ist die D90 ein sinnvolles Zweitgehäuse für meine D300?

Das ist in Fotografenkreisen vor allem eine philosophische Frage. Meine (nicht universelle) Antwort darauf ist klar: ein Zweitgehäuse muss das Erstgehäuse nahtlos ersetzen können. Und das geht bei der D90 nicht, weil das Bedienkonzept der beiden Kameras zu unterschiedlich ist. Wenn ich im Getümmel einer Hochzeit von einer Kamera zur nächsten greife, habe ich keine Zeit und keinen Kopf, mich auf die andere Systematik, andere Position der Bedienelemente umzustellen, das muss blind funktionieren. Als echtes Zweitgehäuse halte ich die D90 daher nicht für sinnvoll, das muss ebenfalls eine D300 sein. Anders sieht es allenfalls aus, wenn man einfach nur ein zweites Gehäuse (ohne Ersatzfunktion) z.B. für Reisen, private Aufnahmen o.ä. erwerben möchte, dafür ist die D90 auch auf Grund ihres geringeren Gewichts (und Preises) durchaus geeignet.

Fazit

Die D90 ist mit das Beste, was derzeit in dieser Preisklasse für Geld zu kaufen ist. Ich war vor allem vom Bedienkonzept, aber natürlich auch vom Ergebnis, von der Bildqualität positiv überrascht.

Dass neben den grundlegenden Eigenschaften als DSLR noch die Möglichkeit des Filmens enthalten ist, ebenso die Live View Funktion, mag zwar nicht kaufentscheidend sein, es sind aber doch Dinge, die man nicht grundsätzlich braucht, aber die in manchen Momenten die Dokumentation eines wertvollen Augenblicks ermöglichen, wie es das bisher nicht gegeben hat.

Ich denke, dass sich zukünftige Verbesserungen vor allem in diesen Bereichen abspielen werden. Die reinen Fotofunktionen befinden sich auf einem Niveau, dass kaum noch sinnvolle Optimierung erforderlich erscheinen lässt. Wenn mit dieser Kamera schlechte oder mittelmässige Bilder geschossen werden, dann dürfte es kaum an der Kamera liegen.

Holger Wahl

Bemerkung

Im Rahmen des Erfahrungsberichtes mit der D90 habe ich mit dem neuen Standard-Objektiv 18-105 mm gearbeitet und dabei auch einige Vergleichsbilder mit dem 18-200mm sowie dem 85mm /f1.8 gemacht. Da die Tests weder besonders ausführlich, noch weniger aber repräsentativ sind, und ich den Bericht der D90 kurzfristig fertigstellen möchte, werde ich das Ergebnis dieser Versuche zu einem späteren Zeitpunkt im Objektivforum von Nikonians.de veröffentlichen. Soviel sei verraten: wer nicht gerade das Kleingeld für ein 17-55mm f/2.8 hat, ist mit dem Standardobjektiv sehr gut bedient. Mit den (eher subjektiven) Einschränkungen wie dem Kunststoff-Bajonett oder der fehlenden Entfernungsskala, die letzten Endes allenfalls auf die Bedienung, nicht aber auf das Bildergebnis einen Einfluss haben, hat Nikon ein sehr gutes Objektiv zu einem konkurrenzlos günstigen Preis gebaut. Wer mit einem „besseren“ Objektiv liebäugelt, sollte sich allenfalls die beiden Nikon-Zooms 16-85 bzw. 18-200 anschauen, die nicht nur preislich, sondern auch optisch und mechanisch ein ganzes Stück über dem Standard-Zoom positioniert sind.

Alle Beispiel- und Vergleichsfotos in diesem Bericht sind mit dem 18-105 geschossen.

Hinweis

Auch unsere Moderatorin Gabriele Hantschel von www.gutlicht-online.de, euch allen besser bekannt als „gutlicht“, hatte die Möglichkeit durch Nikon NPS Deutschland eine Nikon D90 zu testen. Ihren Bericht dazu findet Ihr hier.

Schreibt eure Erfahrungen mit der D90 ins Forum.

Darüber hinaus könnt Ihr dort exclusiv den D90 Movie „Eiger“ in hoher Auflösung anschauen und in noch höherer Auflösung downloaden.

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