Hier hat die D2H wieder gezeigt, dass Nikon eine
sagenhafte Kamera gebaut hat. Mit der Serienaufnahme von 8 Bilder/Sek. und
bis zu 40 aufeinander folgenden Aufnahmen ist die D2H geradezu ideal für
schnell bewegende Spiele wie Basketball. Die volle Serienaufnahmefähigkeit
halte ich persönlich für entbehrlich - ich ziehe es vor, auf den
entscheidenden Moment zu warten - aber wenn es wirklich darauf ankommt,
macht es schon Spaß, einfach auf den Auslöser zu drücken und los
zuschießen. Mit Speicherplatz für bis 40 Aufnahmen (JPEG) - so viel wie bei
der D1H und fast doppelt so viel wie bei der D1 - kann man zuversichtlich
sein, dass keine Aufnahmen verloren gehen.
Ein kritischer Punkt bei allen digitalen Kameras ist
das Rauschen. Mit der Ankündigung der D2H hat Nikon gleichzeitig seinen
eigenen "JFET-Bildsensor LBCAST" eingeführt. Nach dem Prospekt
bietet dieser Sensor "höhere Geschwindigkeit und Auflösung bei
geringerem Stromverbrauch und minimalem Dunkelstromrauschen."
Tatsächlich erzeugt der Sensor saubere und scharfe Bilder. Die Leistung bei
ISO 1600 (typische Einstellung für den Innenraum einer Sporthalle) ist zwar
nicht absolut rauschfrei, aber auch da sind die Ergebnisse ganz akzeptabel.
Nach meiner Erfahrung ist der Gebrauch von einem digitalen Filter wie Neat-Image
(Freeware-Programm) zwar nicht absolut notwendig - es hängt meistens vom
Zweck des Bildes ab - aber gerade bei ISO 1600 kann es sehr zweckmäßig
sein.
Der Autofokus hat hier wieder geglänzt. Nach meiner
etwas eingeschränkten Erfahrung funktioniert die Einzelfeldmessung oder der
dynamische AF sehr gut. Mit dynamischem AF (Gruppe) war ich weniger
zufrieden. Im Gegensatz zu Einzelfeldmessung bzw. dynamischem AF scheint
der dynamische AF (Gruppe) den Bruchteil einer Sekunde zu brauchen, um zu
"entscheiden", wo er zuerst fokussiert soll - viel zu lange bei
sich schnell bewegenden Motiven wie Basketball. Handgehalten und mit einem
Tokina 20-70 2/2,8 bzw. einem AF-S 20-200 2/2,8 habe ich sehr gute
Ergebnisse erzielt.
Für Hallensport in einer Halle ziehe ich es vor, einen
vorprogrammierten Weißabgleich zu verwenden. Wie bei der D1 kann man sich
auf die Messung des voreingestellten Weißabgleichs sehr verlassen. Und wie
bei der D1X/H kann man die voreingestellten Messungen speichern und später
aufrufen - ein ungeheuer praktisches Feature, wenn man einen
Veranstaltungsort regelmäßig besucht.
ZUSAMMENFASSUNG
In einer solchen kurzen Testfahrt kann man natürlich
nicht einmal annähernd die Kapazitäten dieser sagenhaften Kamera voll
beschreiben. Die Weiterentwicklungen bei der Oberfläche wären genug, um den
Preis zu rechtfertigen. Allein die Leistung der EN-EL4 Lithium-Ionen-Akku
ist erstaunlich. Eine einzelne Ladung hat für mehr als 1500 Aufnahmen
gereicht bei "Bildkontrolle aktiviert" - eine sehr viel bessere
Leistung wie bei der EN-4, mit der die D1X und D1H versorgt werden. Die
Flexibilität der vom Anwender eingestellten Funktionen ist unglaublich -
zum Teil schon fast verwirrend. Die D2H hat sich im Vergleich zur D1X und
D1H sehr weiter entwickelt. Um all diese Vorteile wahrzunehmen, muss man
allerdings sehr viel Zeit investieren. Aber wenn man einmal die Vielfalt
der Möglichkeiten gelernt und gemeistert hat, wird klar, dass die D2H ein
echt schnelles, präzises und professionelles Werkzeug ist.