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Nikon Nikon FM2n Erfahrungsbericht
by
Holger Wahl
Nikonian Moderator
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Nikonian in der Schweiz
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FM2n ERFAHRUNGSBERICHT
Das klingt schon etwas verstaubt, und so
mancher, der Film nur noch aus Opas Schuhkarton kennt, wird sich
fragen, warum hier kostbare Bit und Bytes für so einen alten Hobel
verschwendet werden. Aber soooo einfach ist das nun auch wieder nicht.
Und wenn man sich die Preise für diese Kamera einmal anschaut,
nicht nur für neuwertige, sondern auch ganz gut ausgelutschte
Teile, dann kann einem doch der Verdacht kommen, dass an dem Ding noch
etwas dran ist.
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Nikon FM2n - Frontansicht
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Ich arbeite hauptsächlich mit
DSLR's. Aktuell mit der D300, vorher mit D200, D70s, D40 und D70.
Inklusive eines Diebstahls und mehrerer Verkäufe ist meine D300
die neunte DSLR in unserem Haushalt, seit wir mit der D70 angefangen
haben, digital zu fotografieren. Von der Kamera über den PC und
Mac bis zum HP Drucker ist alles auf digital abgestimmt. Wozu brauche
ich dann noch eine FM2n?
Es ist der Reiz des Einfachen. Zeit, Blende, Entfernung. Fertig. Eine
Handvoll Metall und Glas, nicht viel grösser als der
Multifunktionshandgriff der D200. Mit einer Batterie für die
Belichtungsmessung, notfalls geht es aber auch ohne. Jeder Schuss ist
kostbar: eines von 36 Bildern, nicht von über 1000 (auf der 16
GB-Karte). Jedes Bild kostet Zeit: Entwicklung, Scannen, ich sehe
frühestens nach rund einer Woche, was aus meiner Vision geworden
ist. Nicht 20 Bilder im Dauerfeuer, sondern eines, höchstens zwei,
überlegt, gut überlegt.
Das ist die Freude am Einfachen. Klar, dass ich mit der FM2n nicht
Veranstaltungen fotografiere, an denen Leute später ihre CD mit
Bildern haben wollen. Mit der FM2n fotografiere ich Erinnerungen.
Erinnerungen an Reisen, Erinnerungen an meine Kinder, an meine Welt.
Und Eindrücke. Nicht die nackte Realität, sondern das, was
ich sehe. Meistens in schwarz-weiss, weil ich die Abstraktion liebe
(und Farben mit der D300 viel besser manipulierbar sind). Und fast
immer mit Ilford XP2-Super, weil der sich so gut scannen lässt.
Bilder der FM2n habe ich auf pBase gestellt, sie stammen von einem
Arbeitsbesuch in Wien, mit wenig Gepäck und einem freien
Nachmittag. Ich habe fast zwei Wochen gebraucht, bis ich endlich alle
Bilder gescannt und bearbeitet hatte. Ich hatte nur den einen
Nachmittag, nur das eine Licht, und ich kannte mich nicht aus. So habe
ich einfach die Eindrücke meines Spaziergangs festgehalten. Zwei
Filme, 70 Bilder, das war alles. Aber es war schön.
Eine weitere Reise führte mich nach Köln auf die Photokina,
auch hier hatte ich die FM2n mit dem 24er dabei, die Bilder finden sich
unter diesem Link ebenfalls auf pBase.
Geschichte
Die FM2n gibt es eigentlich gar nicht. Auf den Kameras steht immer FM2
drauf, egal ob n oder nicht n. Das n findet sich nur in der
Seriennummer, und es ist am Zeitenrad zu sehen: die erste FM2 von 1982
hatte eine Blitz-Syncronzeit von 1/200 Sekunde (die rot markierte Zeit
auf dem Drehrad), während das verbesserte Modell ab 1983 dann eine
von 1/250 Sekunde hatte. "Verbessert" ist ein relativer Begriff: auch
die erste FM2 ist ein solides Arbeitspferd, und mir sind keine Macken
bekannt, die den Griff zur FM2n ratsamer erscheinen lassen würden.
Wie immer ist es vor allem das geringere Alter der FM2n, das von
Vorteil sein kann.
1989 wurde auch die FM2n noch einmal verbessert, ohne dass sich etwas
am Namen änderte. Erkennbar ist die Änderung am Verschluss:
statt den mit einer Wabenstruktur versehenen Verschlusslamellen waren
diese nun glatt.
Die FM2 selber war die Nachfolgerin der FM, dem rein mechanischen
Schwestermodell der FE, die über einen elektronischen Verschluss
und Zeitautomatik verfügte. Während die FE und ihre neuere
kleine Verwandschaft FG sehr schnell durch die immer stärker
automatisierten Modelle (F301, F501, F601, F801, F90...) abgelöst
wurde, war die rein mechanische FM2n bis kurz nach der Jahrtausendwende
neu im Geschäft erhältlich und wurde sogar noch 2001 durch
die FM3a abgelöst, die Krönung der FM-Serie mit einem
hybriden Verschluss, der sowohl elektronisch als auch mechanisch
funktionierte und so eine Zeitautomatik ermöglichte (eigentlich
hätte die FM3a eher FE2 heissen müssen). Erst die digitalen
Kameras beendeten die Produktion der FM-Serie im Jahr 2006. Zusammen
mit dem M-Modellen von Leica waren die FM die letzten hochwertigen
mechanischen Kameras, die in Serie gefertigt wurden. Heute ist neben
den einfacheren Voigtländer- und Cosina-Modellen (sowohl Sucher-
als auch SLR-Modelle) nur noch die Leica MP und M7 im gehobenen Bereich
auf dem Markt, sowie die zwar auch von Cosina gebaute, aber doch sehr
viel wertigere Zeiss Ikon, eine Sucherkamera ähnlich der Leica M.
Nikon-Fans bleibt also nur noch die Suche nach gebrauchten
Geräten, von denen es glücklicherweise aber noch sehr viele
in gutem Zustand auf dem Markt gibt. Die Mechanik bringt es zudem mit
sich, dass auch alte Geräte gut repariert werden können.
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Bäume und Himmel - FM2n, 24mm f/2.8, Ektar 100
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