
Kaufbeuren, DE
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Hallo,
ich bin Mal wieder in die Tiefen eingestiegen, denn Dynamikumfang, Helligkeitsempfinden, HDR und andere Themen beschäftigen mich immer wieder.
Dabei habe ich festgestellt, dass das alles klarer wird, wenn man sich das Helligkeitsempfinden des Auges Mal genauer ansieht. Der Signalunterschied des Sehnerves beträgt etwa 1,5 log, das sind etwa 30 Stufen und somit etwa 5 Lichtwerte Unterschied.
18% Graukarte, auf die der Belichtungsmesser die Beleuchtung des Bildes auslegt, ist auch in etwa die Mitte dieser 5 Lichtwerte. Bei 2,5 EV Überbelichtung erhalten wir 100% Reflexion. Bei -3,5 EV sind es nur noch 1,5 % Reflexion, was schon relativ schwarz ist.
Legt man Mal die Helligkeitswerte des sRGB Farbraums (etwa 2.2 Gamma) auf das Histogramm, erkennt man schnell, dass das sehr unausgewogen ist:

Wenn Ihr ein Bild von einer weißen Wand macht, werdet Ihr feststellen, dass der Höhepunkt im Histogramm leicht links liegt, denn dort ist der Wert, der 18% Reflektion darstellt. Wollt Ihr diese weiß dargestellt haben, müsst Ihr folglich 2 bis 2,5 EV überbelichten.
Auf der linken Seite spielt sich dann der ganze Rest ab. -2,5 EV machen nur 1/4 des Histogramms aus. Da das reflektierte Licht beliebig wenig werden kann, ist es lediglich durch die Auflösung der Kamera begrenzt. Allerdings hat in der Regel auch die Wiedergabe Ihre Grenzen und das Auflösungsvermögen des Auges.
Problematisch wird es nur in den Fällen, in denen
-entweder die Lichtquelle direkt im Bild zu sehen ist,
-oder sehr stark abgeschattete Bereiche im Bild sind, die noch dazu bildwichtig sind.
Da unser Auge sich schnell an Helligkeiten anpasst und stets im Hirn eine "automatische Tonwertkorrektur" stattfindet, sind manche Situationen nicht "richtig" darstellbar. Zum Beispiel ein Innenraum mit Blick durch ein Fenster nach draußen. Die weiße Wand im Raum ist bedeutend dunkler als der Himmel draußen. Unser Gehirn, weiß, dass die Wand weiß ist. Im Bild können wir diese nur grau darstellen, wenn die Umgebung draußen richtig belichtet werden soll.
In diesem Fall kann man dann ein HDR-Bild machen, oder zwei jeweils entsprechend passend belichtete Aufnahmen mit Hilfe von Masken überlagern. Schwierig wird es in den Übergangsbereichen, am Fensterrahmen. Mit weichen Maskenrändern oder mehreren Zwischenbelichtungen kann man diese meistern.
Ein schönes Beispiel, was machbar ist und wie das Auge funktioniert, könnt Ihr hier sehen, ein Kugelpanorama mit Adaptive-Dynamik-Range von Jan Röpenack:
http://www.pixelrama.de/panorama/tips/hdr/bavaria/adr.html
Mein Fazit: Auch Kameras mit einem hohen Dynamikumfang haben eine steile Gradationskurve und das Potential bleibt meist unsichtbar. Macht man die Gradationskurve flacher, werden die Bilder nur flau. Ohne weitere passende Bearbeitung wird das nichts.
Vielleicht war für Euch auch was Interessantes dabei .
Zu meiner Fotogalerie Zu der aktuellen Kugelpanorama Homepage Zu den Kugelpanoramen Anhang
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